Geschichte der Britisch Kurzhaar:

Die Britisch Kurzhaar (abgekürzt: BKH, Englisch: British Shorthair) ist eine Rassekatze. Die Rasse ist seit Ende des 19. Jahrhunderts bekannt und wird seit über 100 Jahren gezielt gezüchtet.

Die ersten Katzen brachten vermutlich bereits die Römer mit nach Großbritannien. Über Jahrhunderte waren die britischen Hauskatzen auf den Inseln weitgehend isoliert. Erst Mitte des 19. Jahrhunderts begann man, auf dieser Basis die Britisch Kurzhaar gezielt auf Farbe und Typ hin zu züchten. Als in der Zeit nach den Weltkriegen der Zuchtbestand stark zurückgegangen war, versuchten einige Züchter, die Rasse durch Auskreuzen mit anderen Rassen wieder zu stärken. Nachdem Versuche gescheitert waren, unregistrierte Hauskatzen zur Kreuzung einzusetzen, fiel die Wahl auf Perserkatzen. Man versprach sich durch diese Kreuzung vor allem eine Verbesserung des Typs der Britisch Kurzhaar. Weitere Kreuzungen fanden mit der Kartäuserkatze statt, deren Zuchtbestand ebenfalls durch die Kriege gelitten hatte. Aufgrund einer Angleichung der beiden Rassen wurden die Britisch Kurzhaar und die Kartäuserkatze oder Chartreux 1970 vom Zuchtverband FIFe zusammengefasst. Alle blauen Katzen wurden danach als Kartäuser, alle Katzen anderer Farben als Britisch Kurzhaar geführt. Diese Einteilung wurde 1977 nach Protesten der Züchter der ursprünglichen Kartäuser wieder zurückgenommen.

Die blaue Britisch Kurzhaar wird im Volksmund immer noch Kartäuser genannt und in manchen Zuchtvereinen auch unter diesem Namen geführt. Doch man kann heute die blaue Britisch Kurzhaar nicht mehr mit der echten Kartäuserkatze, der Chartreux verwechseln, da sie sich, bedingt durch gezielte Zucht, vor allem vom Körperbau deutlich von der echten Kartäuser unterscheidet. Die eingekreuzten Perserkatzen bewirken, dass der Körperbau der Britisch Kurzhaar massiv, kurz und gedrungen ist, während die Figur der echten Kartäuser eher einer naturbelassenen Hauskatze entspricht. In den 1980er-Jahren spaltete sich die Europäisch Kurzhaar von der Britisch Kurzhaar ab, die zuvor ebenfalls mit der Britisch Kurzhaar in einer Klasse gezeigt worden war. In den USA wurde die Britisch Kurzhaar erst 1980 vom Zuchtverband CFA anerkannt.


Charakter:

Die Britisch Kurzhaar ist vor allem als gemütlich zu bezeichnen. Was aber nicht heißen soll, dass sie den ganzen Tag auf dem faulen Fell liegt. Im Gegensatz zu anderen Rassen begnügt sie sich jedoch mit regelmäßigen Kontrollgängen durch ihr Wohnungsrevier und ggf. auch einem sonnigen Plätzchen auf dem Balkon. Somit verstößt man nicht massiv gegen ihre Bedürfnisse wenn man ihr keinen Gartenauslauf anbieten kann. Du solltest Dir jedoch immer im Klaren darüber sein, dass auch die Britisch Kurzhaar einen natürlichen Jagdtrieb besitzt und ein gewisses Maß an Auslastung und Beschäftigung sucht.

Trotz des ruhigen Wesens musst Du gerade bei der reinen Wohnungshaltung also für eine tägliche Beschäftigung sorgen und gerade aus gesundheitlicher Sicht zur Bewegung animieren. Die Britisch Kurzhaar mag die Gesellschaft und baut im Laufe der Zeit eine sehr starke Beziehung zu ihren Menschen auf. Deshalb sucht sie auch in der Nacht gern ein gemütliches Plätzchen am Fussende des Bettes und wenn dies nicht zugelassen wird, dann doch wenigstens eine nette Stelle nahe der Schlafzimmertür. Natürlich dürfen auch Streicheleinheiten nicht fehlen. Dabei langt es ihnen aber selten, wenn ihre Menschen nur am Abend vor dem Fernseher etwas Zeit für sie haben. Im Laufe des Tages fordert die Britisch Kurzhaar deshalb auch gern häufig mal ein paar Minuten Aufmerksamkeit lautstark ein.

Mit ihrem gemütlichen Wesen und dem von Natur aus bereits recht kompakten Körperbau neigt die BKH leicht zu Gewichtsproblemen. Deshalb sollte man sie täglich mit interessanten und abwechslungsreichen Spielideen zur Bewegung motivieren. Was aber mit dem richtigen Spielzeug sehr leicht gelingt.

Gerade auch in diesem Zusammenhang ist es sinnvoll Katzen nicht in Einzelhaltung zu halten. Im Doppelpack macht es schließlich mehr Spaß zu spielen, auch wenn ihre Menschen mal nicht zu Hause sind.

Fremden Menschen gegenüber verhält sich die Britisch Kurzhaar zunächst recht skeptisch und kontrolliert ihr neues Gegenüber erst einmal aus sicherer Distanz. Die Neugier zwingt sie aber meist schnell aus ihrem Versteck. Dann ist es am besten, wenn der Fremde die BKH langsam auf sich zukommen lässt und ggf. ihr Verhalten mit kleinen Leckereien bestätigt. Vermeidet man in dieser Phase hastige Bewegungen, baut die Katze schnell ein gewisses Maß an Vertrauen auf.

Nicht ganz so offen und gastfreundlich ist die Britisch Kurzhaar jedoch bei fremden Artgenossen. Bei solchen "Eindringlingen" zeigt sie ganz katzentypisches Verhalten, in dem sie zunächst den Fremden aus der Distanz mustert und dann mit Drohgebärden und Imponiergehabe die fremde Katze aus ihrem Revier zu vertreiben versucht. Das kann dann nach einigen Tagen auch durchaus mal in einem kurzen Kampf gipfeln, in dem dann aber schnell die Rangordnung geklärt wird. Diese Eingewöhnungsphasen lassen sich mit gemeinsamen Spielen ein wenig erleichtern. Schließlich kann kein Brite einem flinken Federspiel widerstehen.


Aussehen/Rassestandard:

Allgemein: mittelgroße bis große Statur

Kopf: Rund und massiv mit breitem Schädel

Nase: Kurz, breit und gerade mit einer leichten Einbuchtung, jedoch kein Stopp wie bei den "Exotic"

Kinn: Kräftig

Ohren: Klein, an den Spitzen leicht abgerundet und weit gestellt.

Augen: Groß, rund, weit geöffnet und weit auseinander gesetzt. Farben: Kupferfarben oder dunkelorange, blau, grün, odd eyed (zweifarbig)

Hals: Der Kopf sitzt auf einem kurzen, sehr kräftigen und gut entwickelten Hals.

Körper: Muskulös, gedrungen. Breite Brust, Schultern und Rücken stark und kräftig

Beine: Kurz und stämmig

Pfoten: Rund und kräftig

Schwanz: Kurz und dick, leicht gerundet an der Spitze

Fell: Kurz und dicht, nicht flach anliegend und mit guter Unterwolle. Feine Textur. Die Textur soll sich griffig anfühlen. Jedes Haar sollte bis zur Wurzel einheitlich in der Farbe sein, ausgenommen bei den Tabby- und Silbervarietäten.


Am bekanntesten und beliebtesten ist die blaue BKH. Wobei das Blau auf den ersten Blick ein dunkles Grau ist und erst im richtigen Licht das Fell eine minimale bläuliche Farbe erahnen lässt. Insbesondere im Gegenlicht erstrahlt das seidige Fell regelrecht in allen grauen Schattierungen. In der Kombination mit satten kupferfarbenen Augen wickelt jede blaue BKH den Menschen mit einem kurzen Blick um die Pfote. Neben dem klassischen Blau gibt es aber inzwischen über 300 verschiedene und vom FIFe anerkannte Farbvarianten bei der Britisch Kurzhaar. Das reicht von einfarbigen Varianten (blue, lilac, black, chocolate, red, cream, white), über die Schildpatt-, Shaded-, Tabby- bis zu den Bicolor-Varianten.

Du solltest Dich am besten mal ganz in Ruhe mit den Farbvarianten auseinandersetzen, um Deine favorisierten Fellvarianten zu finden. Das erleichtert Dir auch ein wenig die gezielte Suche nach dem passenden Züchter. Die meisten Zuchten haben sich auf einige wenige Fellfarben spezialisiert.


Gesundheit:

Die Britisch Kurzhaar Katze ist grundsätzlich eine ausgesprochen robuste Katzenrasse. Sie leidet nicht mehr oder weniger unter Erkrankungen als andere Rassen. Rassetypisch häufig auftretende Erkrankungen sind nicht bekannt. Solang Du bereits bei der Auswahl der Zucht und später in der Haltung auf einige Details achtest, solltest Du gesundheitlich vorprogrammierte Risiken auch gut ausschließen können.

Bei Katzenzuchten werden häufig die Krankheiten Hypertrophe Kardiomyopathie (HCM) und die Polyzystische Nierenerkrankung (PKD) erwähnt. Seriöse Zuchten können Gentests bzw. Ultraschalltests zur Vermeidung dieser Krankheiten vorweisen.

Einen besonderen Blick solltest Du auf deutliche Abweichungen vom Rassestandard haben. Hier sind beispielsweise die Gesichtsform und Nasenlänge der Elterntiere wichtig. Legt der Züchter extremen Wert auf kurze Nasen, kann das zu Problemen führen. Atemwegs- und Augenprobleme sind häufig das Resultat von zu flachen Gesichtern, wenn eingeschränkte Atemwege nur ein schweres Atmen erlauben oder zu enge bzw. verstopfte Tränenkanäle den Abfluss der Tränenflüssigkeit verhindern.